WEINGUT ÁRVAY - Weine erzählen vom VULKANISCHEN GESTEIN

Das Weingut Árvay liegt in Rátka (Ratkau) im Anbaugebiet Tokaj, im Nordosten Ungarns, es hat eine Größe vom 17 ha.

 

Nach Rátka gelangen Sie ab Budapest über die Autobahnen M3 und M30 bis Miskolc, dann weiter auf der Landstraße 37, abbiegen auf die 39; und nach der Durchfahrung des Weinorts Mád, erreichen Sie die Gemeinde mit deutschen Wurzeln. 

 

János Árvay war 2003 Ungarns Winzer des Jahres.

Die vulkanischen Berge von Rátka haben János Árvay (Jahrgang 1956) geprägt. Er erzählt gerne davon, wie ihn seine Eltern als 4-5jähriger Bub mit in die Weingärten nahmen und er erinnert sich noch heute deutlich an im Winde schaukelnde goldgelbe Furmint Trauben, sie hingen an 80-120 Jahre alten Rebstöcken, die auf vulkanischem Krümelgestein gewachsen waren. Árvay lernte Winzer, arbeitete im Großbetrieb, dann in einem Weingut im französischen Besitz. Sein Name wurde für Weinkenner zum Begriff, als er mit einem Partner ab 2000 ein Weingut formte, das für eine hohe Ertragsreduzierung in den Weingärten bekannt wurde. Die Kraft eines Rebstocks sollte sich höchstens auf 7 Trauben teilen.

2008 kehrte er zu seinen Wurzeln nach Rátka zurück, wo er 1978 seine ersten 450 Rebstöcke zur Hochzeit mit Ehefrau Kata von den Schwiegereltern erhalten hatte. Durch Zuerwerb wuchs das als Familienbetrieb geführte Weingut auf die heutige Fläche. Jetzt hat der Zauber des vulkanischen Gesteins  auch seine Kinder Angelika (1979) und Szabolcs (1983) erreicht und wohl auch seine Enkelkinder.

Ein Besuch bei den Árvays ist auch ein Blick in ein kleines geologische Kabinett. Hier sieht man Steine wie Zeolith, Opal, Quarzit, Obsidian, Jaspis und auch Bentonit, die aus den unterschiedlichen Lagen ihres Weinguts stammen und vom hohen und wechselhaften mineralischen Gehalt der Böden in Tokaj kundtun. Übersetzt für einen Spitzenwinzer heißt dies, wie kann er diese Besonderheiten in Lagenweinen abbilden.   

Legendär sind die edelsüßen Aszú Weine aus Tokaj, im 18. und 19. Jahrhundert waren sie geschätzt auf den Festtafel des europäischen Adels. Heute, nach der Wende erstrahlen die edelsüßen Weine mit ihrem vielfältigen Aromenspiel  in neuem Glanze auch dank schonender Kellertechnik, die die Tokajer Winzer jetzt nutzen können. Doch noch mehr ist möglich geworden. Die Tokajer Winzer beweisen sich ebenso als Meister des reduktiven Weinausbaus. Trockene Weine aus Tokaj haben sich etabliert. Jetzt kann die autochthone Rebsorte Furmint eine weitere Stärke zeigen, ähnlich dem Riesling vermag sie feine Unterschiede der Böden in den Weingärten abzubilden. Dies nutzend, gepaart mit den Erfahrung aus dem ertragsreduzierten Anbau gelingt es János Árvay und seiner Familie sehr bemerkenswerte trockene Lagenweine zu erzeugen.

Das Sortiment des Weinguts Árvay umfasst trockene, süße und edelsüße Weine. Die in Tokaj dominierenden drei Rebsorten Furmint, Hárslevelü (Lindenblättriger) und Gelber Muskateller kann man trocken genießen, darunter bieten die Furmint Lagenweine vom Istenhegy (Gottesberg), Padihegy und vom Mittleren Berg eine besondere Entdeckung. Erwähnenswert ist, dass Tochter Angelika und Sohn Szabolcs für je einen Wein besondere Verantwortung tragen, die auch ihre Kosenamen tragen.

Bei unserem Aufenthalt im Dorf Rátka (Ratkau) konnten wir noch eine weitere, unerwartete Entdeckung machen. Im Ortskern befindet sich ein Heimatmuseum der Ungarndeutschen. Für seine Verdienste im Kampf gegen die aufständischen Ungarn unter Fürst Rákóczi erhielt Herzog Trautson von den Habsburgern Güter in Tokaj. In das nach der türkischen Besatzung und dem ungarischen Freiheitskampf menschenarme Gebiet siedelte der Herzog um 1750 Einwanderer aus dem Schwarzwald an. Auch heute bewahren die Einwohner von Ratkau aktiv ihre sprachlichen und kulturellen Traditionen, so wird u.a. der Kindergarten und die Grundschule zweisprachig geführt. 

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