Alteingesessene ungarische Rebsorten

WEISSWEINE

Eine Trumpfkarte für das Weinland Ungarn sind die vielen und unterschiedlichen vulkanischen Böden.
In den Anbaugebieten Tokaj, Somló, Badacsony wachsen mit Furmint, Hárslevelü, Juhfark oder Kéknyelü Weißweinreben, die dort seit langem zuhause sind.

Furmint

Der Furmint ist heute eine der Top-Weißweinreben in Ungarn. In der Weinliteratur sprach man beim Furmint vor nicht so langer Zeit noch von einer nicht edlen, aber körperreichen, feinherben, feurigen Sorte mit kräftiger Säure. Ungarische Winzerskunst hat in den letzten Jahrzehnten das Blatt gewendet. Es begann mit dem trockenen Ausbau der Furmintweine und zunehmend erfreuen auch Lagenselektionen den Genießer. Der Furmint konnte beweisen, dass er fein das Terroir abzubilden vermag. Neben der Region Tokaj glänzt er in weiteren Anbaugebieten insbesondere auf vulkanischen Böden.

Hárslevelü (Lindenblättriger)

Nach dem Furmint ist der Hárslevelü die zweit häufigste Rebsorte im Gebiet Tokaj. Mit weniger Säure, dafür aber mit artenreichen Blumendüften speziell dem Bukett von Lindenblütenhonig spricht er den Weinliebhaber an. Angebaut auch auf den bazalthaltigen Böden von Somló findet er viele Freunde.

Juhfark (Lämmerschwanz)

Diese früher weit verbreitete alte ungarische Traubenart ist heute vor allem in Schomlau (Somló), doch auch wieder am Nordufer des Balaton anzutreffen. Ein im Duft diskreter, am Gaumen komplexe weiße Kernfruchtnoten zeigender Wein hat seine Besonderheit in einem harten, feurigen Charakter, der Reife dankt und edel altert. 

Kéknyelü (Blaustengler)

Aus dieser Traube können elegant duftende, körperreiche edle Weine mit feiner Säurestruktur gekeltert werden. Die Weine besitzen ein langes Lagerpotential. Mitunter erzielten sie Preise wie die besten Tokajer Aszú Weine, warum sie auch den Namen "Herrenweine" trugen. Wegen des hohen Aufwandes in den Weingärten wäre sie in der Zeit der Massenproduktion aus den Weinbergen fast verschwunden. Der Blaustengler ist eine eingeschlechtliche Rebe und deshalb schwer zu kultivieren.

Neben den vulkanischen Gestein trifft man im Land auf eine Vielzahl anderer Böden. Der Welschriesling, die mit am häufigsten in Ungarn angebaute Rebsorte berichtet davon. Er ist nicht mit der Rebsorte Riesling verwandt.

Olaszrizling (Welschriesling)

Diese robuste Rebe mit leichter Frucht und moderater Säure ist auch wegen ihrer Ertragssicherheit geschätzt. Diese Weinsorte hat einen gewissen Dornröschenschlaf verbracht. Interessant, dass die Winzer rund um den Balaton sie jetzt als ihren Referenzwein erkoren haben. Von spritzig bis körperreich für den Fassausbau eröffnet sich hier nun ihr Potential.

weitere Weißweine

Im letzten Jahrhundert mühten sich ungarische Züchter durch Kreuzungen um verbesserte Rebsorten. Hier Beispiele: der frühreifende Zenit entstammt aus den Reben Tausendschön und Bouvier, der aromatische an Muskateller erinnernde Irsai Oliver ist eine Kreuzung von Pressburger Weißen und Csaba-Gyöngye.

ROTWEINE

Kékfrankos (Blaufränkisch)

Die in Ungarn mit Abstand am häufigsten angebaute Rotweinrebe ist der Kékfrankos (Blaufränkisch), er ist in Deutschland und Österreich auch als Lemberger bekannt. Dunkelfarbene, gerbstoffreiche Weine, oft mit Geschmacksnoten von Johannisbeeren oder reifen Pflaumen ermöglicht diese Traube, die neben dem reinsortigen Ausbau auch gerne für charakterstarke, langlebige Cuvée Weine eingesetzt wird. 

Kadarka

Der Kadarka soll in Ungarn schon zur Türkenzeit aufgetaucht sein. Seiner dünnen Haut wegen ist er eher tanninarm und ein hellerer Rotwein. Genießer schätzen den feinen Duft und die gewürzigen Noten am Kadarka, der oft an roten oder grünen Paprika erinnert bis hin zu tropischen Noten wie Nelken, Pfeffer, Koriander. Diese Rebsorte fordert einen hohen Pflegeaufwand und war so für Großbetrieb wenig attraktiv, heute wird ihr Reiz wiederentdeckt.

Cabernet Franc

Dass die Cabernet Franc Rebe weit verbreitet ist, sei unbestritten. Sie wird gerne zur Assemblage mit Cabernet Sauvignon und Merlot benutzt - in dieser Rolle startete auch ihre Karriere in Ungarn. Doch es stellte sich heraus, dass sie ähnlich wie in der Loire dort auch Solist glänzt. Als ein britischer Master of Wine noch meinte, der Cabernet Franc seine natürliche Heimat im südungarischen Villány gefunden hat. Fanden sich die ungarischen Winzer bestätigt und eröffneten eine neue Seite im großen Buch der Weine.

weitere Rotweine

Ob es sich beim Fekete Járdovány um eine klassische ungarische Rebsorte handelt, wird die Zukunft zeigen, jedenfalls haben wir es hier mit einer uralten ungarischen Rebe zu tun. Reblaus und Großproduktion haben einzelne Sorten aus den Weingärten verschwinden lassen. Ungarische Winzer bemühen sich im Zusammenspiel mit Weinbauforschungsinstituten diese wieder zu kultivieren. Ein Beispiel ist dieser Fekete Járdovány.

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